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Das Casino und seine Geschichte

Wer heute durch das mächtige Säulenportal des Kurhauses in das Casino Baden-Baden schreitet, spürt sofort eines: Geschichte.

Seit fast zweihundert Jahren ist das Kurhaus architektonisches Wahrzeichen der Stadt im Schwarzwald. Baden-Baden steht für Kur, Galopprennen und Casino. Alles hat miteinander zu tun. Denn heute weiß jeder: Wer Kurhaus sagt, meint Casino Baden-Baden. Seit über 150 Jahren rollt hier die Kugel. Damit gehört das Casino zur Crème de la Crème europäischer, wenn nicht weltweiter Spielbanken. Noblesse und Glanz haben sich bis heute erhalten, freilich aktuell angereichert durch Akzente moderner Stilistik, Glücksspiele und Unterhaltung. Tradition und Moderne waren und sind eine Einheit. Dabei fing alles klein an.

Aufstieg
Schon im Spätmittelalter und der Renaissance hatte das Örtchen im Badischen, kurz Baden, einen Ruf als Heilbad. Allerdings fanden nur wenige Hundert zu den Thermalquellen. Auch später war Baden lange ein weißer Fleck auf der Karte. Ein Zusatz war nötig: Baden bei Rastatt. Aber schon in dieser Frühzeit gab es ein „Promenadenhaus“. Damals war das ein ländlicher Festsaal; heute steht hier das Kurhaus. Aus den damals hundert Gästen wurden Millionen. Denn: Im frühen 19. Jahrhundert boomte Baden wie kein anderer Kurort. Peu à peu wurde Baden zur ersten Adresse der Sommergesellschaft Europas. Sie kurte und plauderte. Alleinreisende fanden zum tête à tête. Wer Langeweile hatte, verabredete sich in den Wirtshäusern der Umgebung. In den besseren Gaststätten war ein Nebenraum für das Glücksspiel reserviert.

Sommerfrische Spiele
Hier vertrieben sich die Sommerfrischler die Zeit vor allem mit Kartenspielen Rouge et Noir, Ecarté und Whist. An Roulette dachte keiner. Glücksspiel war verboten. Doch die Zeiten änderten sich: Bei Kur-Bädern drückten die Behörden die Augen zu - auch aus Eigeninteresse. So mussten ab 1801 größere Hotels in Baden auf Geheiß des Ministeriums in Karlsruhe eine Spieltaxe entrichten. Sie kam dem Badfond zugute, mit dem die Obrigkeit Straßen und Wege finanzierte. Mit der Zahl der Kurgäste stieg auch die Lust am Glücksspiel. Die Behörden handelten. Einerseits erhielten zwei französische Obristen die Konzession für das damalige Kurhaus, „maison de conversation“ genannt. Auch dem Pächter des Promenadenhauses war Roulette erlaubt. Es gab somit Ende der napoleonischen Ära in Baden zwei öffentliche Spielbanken. Eine im „maison de conversation“. Heute steht hier das Rathaus. Und auch im Promenadenhaus wurde Roulette, Rouge et Noir und Pharao gespielt. Hier entwarf von 1821 bis 1823 der Karlsruher Baumeister Friedrich Weinbrenner ein klassizistisch inspiriertes Palais: Das heutige Kurhaus. Mit seinen acht korinthischen Säulen wurde es zum Symbol Baden-Badens.

Amusement und Anwendungen
Das Kurhaus bot -  neben Speiseräumen, Wandelgängen und Theater - auch einen großen Speisesaal: Das Herz- und Prunkstück des glamourösen Baues mit weißen Pfeilern, Nischen, Statuen. Im vorderen Teil wurde gespielt. Im hinteren getanzt. Spiel und Tanz gehörten schon damals zusammen. Das Casino war und ist stets bedacht, mit der Zeit zu gehen. Entertainment folgt auf amusement à  la francaise. Heute bietet die Spielbank neben dem Spiel Shows & Konzerte, Klassik & Rock, Tanz & Party. Wer den Jahreswechsel elegant erleben will, für den ist Silvester im Casino ein gesellschaftliches Muss. Wie einst:

In Paris ließ 1838 „Bürgerkönig“ Louis Philippe die Spielbanken im Quartier Palais-Royal schließen. Der Pächter war Jacques Bénazet. Der Sohn eines Hufschmieds aus den Pyrenäen sah sich nach einer neuen Stätte um. Und wurde rechtsrheinisch fündig: Das Ministerium in Karlsruhe erteilte ihm 1838 die Konzession für das Casino. Bénazet war ein Finanzier mit gemeinnützigen Neigungen. Mit der Spielbank sollte auch Baden-Baden florieren. So kümmerte er sich um den Ausbau der Alleen ebenso wie um das Kulturleben. Literaten und Feuilletonschreiber kamen aus Paris. Bénazet bezahlte. Und sie fanden jeden Morgen Gold auf ihrem Nachttisch, damit sie am Glücksspiel teilnehmen konnten. Das Ölbild in der heutigen Spielbank zeigt, wie sich Bénazet, der ehemalige Schreiber am Handelsgericht zu Bordeaux, gefühlt haben mag: Als „roi de Bade“. Sein Esprit hatte Wirkung: Baden-Baden boomte. Es entstanden repräsentative Hotelbauten voller Glanz und Glamour.

Monsieurs und Mäzene
Bénazet starb 1848. Mit Sohn Edouard Oscar Bénazet begann Baden-Badens Belle Epoque. Der Badeort wurde mondäner Treff der Haute volée, die in Villen und Grand-Hotels savoir vivre zelebrierte. Man parlierte vornehm französisch – wie die Croupiers. Sie begrüßten so Gäste von fünf Kontinenten, russische Staatsräte, englische Lords, Pflanzer von Java und Mitglieder der Pariser Clubs.  

Sohn Edouard war generös wie der Vater. Hatte der noch Kurhaus und Trinkhalle spendiert, so verdankt Baden-Baden dem jungen Mäzen nicht nur Galopprennbahn und Theater am Goetheplatz, sondern auch die 1855 eingeweihten Spielsäle im rechten Kurhausflügel. Sie trafen den Geschmack des Second-Empire-Publikums. Heute sind sie Zeugen einer vergangenen Epoche. Denn die meisten der nach 1850 gebauten Schlösser und  Villen wurden abgerissen. Die Spielsäle hingegen bewahren bis heute Stil und Charme der Epoche. Das hat Folgen: Heute besichtigen fast ebenso viele das Casino wie die Märchenschlösser Ludwig II.

Nur wenige Jahre nach dem Tod von Edouard Bénazet, stand das Casino vor einer Zäsur: Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 blieben die französischen Gäste aus. Und in die Regierungszeit des Eisernen Kanzlers Bismarck fiel das Verbot des Glücksspiels 1872. In die ehemals so quirlig-mondäne Sommerhauptstadt Europas kehrte Beschaulichkeit ein. 1912 bis 1916 wurde das Kurhaus aus Mitteln des Badfonds erweitert. In der Bel Etage entstanden der heutige 1.000 qm große Bénazet-Saal, der Runde Saal und der Spiegelsaal. Doch erst 1933 öffnete das Casino nach 61-jähriger Pause wieder. Im Kriegsjahr 1944 schloss es für sechs Jahre.

Neue Geschichte
Die Wiedereröffnung fand 1950 statt. Die neueste Geschichte wird seit 2003 geschrieben: Bis dahin betrieben private Gesellschafter das Casino. Im August 2003 vergab das Land Baden-Württemberg die Spielbankkonzession an die Baden-Württembergische Spielbanken GmbH & Co. KG. Sie führt Regie in allen Baden-Württembergischen Spielbanken (Baden-Baden, Konstanz, Stuttgart).

Casino Baden Baden